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    „Clemens Franz Maria von Bönninghausen“

    Namensgeber der CvB- Gesellschaft für Homöopathik e.V.
    und der CvB Akademie für Miasmatische Homöopathie


    Der Jurist Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785- 1864) erkrankte lebensgefährlich an Tuberkulose und wurde homöopathisch geheilt. Dies gab ihm den Anstoß, die Homöopathie zu studieren und später zum Segen vieler Patienten anzuwenden. Seit 1830 verband ihn eine enge Freundschaft mit Samuel Hahnemann. Von Bönninghausen erhielt vonKönig Friedrich Wilhelm IV. die Erlaubnis, „homöopathischen Rat zu erteilen“.
    Damit wurde er zum ersten „Heilpraktiker“ ohne Bestallung (d.h. ohne Arzt zu sein).

    So stehen Hahnemann, der Arzt, und von Bönninghausen, der Heilpraktiker, für die Philosophie der CvB-Akademie, dass der Zugang zur Homöopathik Ärzten und Nichtärzten offenzustehen hat und dass die reine Lehre Hahnemanns gelehrt und weiterentwickelt wird.
    Die qualifizierte Ausbildung an der CvB geht über alle Themenbereiche der Homöopathie mit besonderem Augenmerk auf die hereditär-chronischen Krankheiten ein und lehrt nicht ausschließlich die Clemens von Bönninghausen-Methode.

    Lebensgeschichte C.F.M. von Bönninghausens

    Am 12. März 1785 wurde Clemens Franz Maria von Bönninghausen auf dem Landgut Heringhaven der niederländischen Provinz Oberyssel geboren. Als Sproß eines alten, nicht eben wohlhabenden Militäradels, verlebte er seine Kindheit auf dem Lande, ausgebildet vom Hofmeister.
    Clemens Maria Franz von BoenninghausenAb dem 12. Lebensjahr betrat er das Gymnasium zu Münster in Westfalen. Mit 18 Jahren wechselte er zur holländischen Universität Groningen für juristische, naturwissenschaftliche und medizinische Studien. Nach 3 Jahren Studium erhielt er 1806 den Doktorgrad und arbeitete fortan als Advokat beim Obergericht zu Deventer.
    Des Französischen mächtig, begleitete er seinen Vater als Sprecher zur Audienz beim König von Holland nach Utrecht.1807 erhielt er am damaligen holländischen Königshof von Louis Napoleon eine gute Stellung. Als jedoch sein Gönner, der König, am 1. Juli 1810 abdankte, kehrte er auf das Landgut des Vaters zurück. Mit besonderer Vorliebe widmete er sich nun der Botanik.
    1812 heiratete er und bezog 1814 zur eigenen Bewirtschaftung sein Erbgut in Darup/ Westfalen.
    Neben seiner praktischen und theoretischen Ausbildung zum Landwirt, verbrachte er viel Zeit mit schriftstellerischen Arbeiten zur Förderung der Landwirtschaft. Er gründete den ersten landwirtschaftlichen Verein im Regierungsbezirk Münster, der noch heute besteht.
    1816 bis 1822 war er Landrat des Kreises Coesfeld, wozu sein Landgut Darup gehörte. Als ausgebildeter Landwirt wurde er 1822 zum Generalkommissar des Katasters der Provinzen Rheinland und Westfalen ernannt. Die Ausübung des Amtes verlangte viele Reisen, so dass es sich nützlicher weise ergab, die einheimische Pflanzenwelt der Gegenden zu erforschen.
    Daraufhin veröffentlichte Bönninghausen 1824 seine Beobachtungen zur heimischen Flora. Aufmerksam geworden auf seine Schrift, übertrug man ihm die Leitung des botanischen Gartens zu Münster.
    Im Herbst 1827erkrankte Bönninghausen ernsthaft an eitriger Schwindsucht.
    In seiner Verzweiflung schrieb er einen letzten Brief an einen alten Freund, Dr. med. Weihe, der inzwischen Homöopath geworden war. Dieser bot ihm unversehens seine Hilfe an, ließ sich die Krankheitssymptome beschreiben und schickte ihm homöopathische Arzneien mit entsprechenden Anweisungen zur Einnahme. Bis Sommer 1828 erholte sich Bönninghausen, um dann als eifrigster Verfechter der Homöopathie selbst das Studium der Hahnemannschen Schriften zu beginnen.
    Seine naturwissenschaftlichen und medizinischen Kenntnisse gewährten ihm dafür eine gute Grundlage. Alsbald begann er mit Arzneiprüfungen, wobei ihm seine reichen botanischen Erfahrungen zugute kamen . Mit der Zeit erwarb er sich einen guten Ruf als Homöopath in Münster.

    In den dreißiger und vierziger Jahren entstanden unter seiner Feder Repertorien, Taschenbücher, Belehrungen und weitere Schriften zur Homöopathie. In der richtigen Erkenntnis, dass eine möglichst vollkommene und qualitativ hochwertige Arzneimittellehre neben unanfechtbaren Nachschlagewerken und der Kenntnis der Arzneikräfte, wichtige Voraussetzungen zur Behandlung Kranker seien, widmete sich Bönninghausen bis zu seinem Tode noch vielen Büchern und Aufsätzen in Fachzeitschriften. Von unschätzbarem Wert sind über 100 sorgfältig geführte Krankentagebücher.

    Am 11. Juli 1843 erteilte ihm der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die Befugnis zur ungehinderten Ausübung der ärztlichen Tätigkeit, ohne Arzt zu sein. Aus heutiger Sicht, war er somit der erste klassisch- homöopathisch arbeitende Heilpraktiker.
    Von diesem Zeitpunkt an führte Bönninghausen ausschließlich seine ärztliche Praxis mit immer größerer Beliebtheit. Gleichzeitig beendete er die früheren Arbeiten am Kataster und bat um Entlassung aus dem Staatsdienst.

    Bönninghausen arbeitete wie Hahnemann exakt im Krankenexamen, am strengen und genauen Individualisieren und vollständigem Aufzeichnen des Krankheitsbildes.
    Ein reicher Briefverkehr verband ihn mit den besten Ärzten und Vertretern der homöopathischen Heilkunst seiner Zeit. Mit Hahnemann stand er bis zu dessen Ende in Paris in Verbindung. Hahnemann selbst stellte Bönninghausen folgendes Zeugnis aus:

    „Der Herr Regierungsrat, Freiherr von Bönninghausen in Münster hat meine homöopathische Heillehre so gründlich studirt und sich so zu Eigen gemacht, daß er als ein vollkommener homöopathischer Heilkünstler ein so vollkommenes Vertrauen verdient, daß, wäre ich selbst krank und könnte mir nicht helfen, ich mich keinem anderen Arzte in der Welt, außer ihm, anvertrauen würde." Cöthen, den 1. Sept. 1833  Samuel Hahnemann

    R. Haehl schreibt: „Wir wissen, daß er des Meisters liebster und vertrautester Jünger war, daß Hahnemann ihn - und nur ihn – zu sich nach Paris gewünscht hatte, daß Hahnemann bis kurz vor seinem Tode, noch als er fast jeden anderen Verkehr mit deutschen Homöopathen abgebrochen oder eingeschränkt hatte, mit ihm im regsten Briefverkehr gestanden war.
    Dafür war aber auch Bönninghausen den Lehren des Meisters treu ergeben; keiner hielt wie er an den „reinen“ Grundsätzen bis zum letzten Atemzuge fest, und keiner verteidigte auch den Meister so entschieden wie er gegen alle Anfechtungen innerhalb der homöopathischen Kreise selbst wie gegen Angriffe von außen. Trotzdem wahrte er sich aber doch auch immer wieder seine eigene Überzeugung und Meinung und vertrat sie…“

    Ab 1848 organisierte Bönninghausen eine alljährliche Zusammenkunft der homöopathischen Ärzte des Rheinlandes und Westfalens, die noch nach seinem Tod weiter geführt wurde.
    Am 1. März 1854 verlieh ihm das homöopathisch- medizinische Kollegium zu Cleveland (Nordamerika) den Titel eines Dr. med., was eine Sensation zu damaliger Zeit darstellte.
    Am 20. April 1861 ernannte ihn Kaiser Napoleon III. zum Ritter der Ehrenlegion.
    Im Jahr 1855 war in einer preußischen Zeitung zu finden: „Die Kaiserin der Franzosen Eugenie hat die Hilfe des berühmtesten jetzt lebenden homöopathischen Arztes, des Dr. von Bönninghausen in Münster (Westfalen), in Anspruch genommen. Dieser als Praktiker wie Literat gleich ausgezeichnete Arzt, ursprünglich Laie, wurde schon als solcher von Hahnemann für dessen vorzüglichster Schüler erklärt.“

    Wahrlich ein Mann von Adel, mit ritterlichem Charakter, redlich, bescheiden, würdig, liebenswert und herzensgut- so mag man ihn in Erinnerung haben. Anstand und Ehre waren ihm gegeben.
    Bis ins hohe Alter hielt er sich körperlich gesund und geistig rege.
    Über seine letzten Tage schreibt Haehl: „Erst im Winter 1863 zeigte sich zum erstenmal Verschleimung der Brust mit verstärktem Husten. Doch machte er noch im Januar 1864 bis vier Tage vor seinem Ende, seine gewohnten Nachmittagsausgänge. Am 22. Januar hatte er noch nach einem Spaziergang seine schriftlichen Arbeiten erledigt, tags darauf wurde er vom Schlage gerührt, und am 26. Januar 1864, frühmorgens 3 ¾ Uhr, entschlief er im Alter von 79 Jahren.“

    Clemens von Bönninghausen hinterließ 7 Söhne, von denen zwei in die Fußstapfen des Vaters folgten und seine Überzeugungen fortsetzten.
    Karl wurde 1826 als erster Sohn geboren und heiratete die Adoptivtochter von Melanie Hahnemann. Er ließ sich in Paris nieder und führte mit seiner Schwiegermutter gemeinsam die homöopathische Praxis weiter. Er starb am 13. Juli 1902.
    Friedrich wurde als zweiter Sohn 1828 geboren. Als Kind war er geschwächt und fast zwei Jahre erblindet. Unter den Händen seines Vaters gesundete er, so dass er seine Sehkraft verbessen und bis ins hohe Alter erhalten konnte. Bis zuletzt las er ohne Brille die kleinste Schrift.
    Zunächst begann er die juristische Laufbahn, um mit 27 Jahren doch noch in Bonn und Berlin Medizin zu studieren. Bereits nach 4 Jahren bestand er Staatsexamen und Doktorprüfung.
    1859 ließ sich der Sohn zur Unterstützung seines alten Vaters in Münster als Arzt nieder. Mehr als 50 Jahre wirkte er segensreich im väterlichen Hause und setzte die erfolgreiche, weit bekannte Praxis des Patriarchen fort. Nach kurzer Krankheit starb er mit 83 Jahren am 6. August 1910

    Quelle: Richard Haehl „Samuel Hahnemann- Sein Leben und Schaffen“ Band I und II, Neuauflage der Ausgabe von 1922, SEVERUS Verlag 2014
    HP Regine Dehn

     

    Die Schriften Clemens von Bönninghausens

    1831 Heilung der Cholera u. Schutzmittel
    1832 Repertorium der antipsorischen Arzneien
    1833 Übersicht der Hauptwirkungssphäre der antipsorischen Arzneien und ihrer charakteristischen
    Eigenthümlichkeiten, als Anhang zum Repertorium desselben
    1833 Versuch einer homöopathischen Therapie der Wechselfieber
    1833 Beiträge zur Kenntnis der Eigenthümlichkeiten der homöopathischen Arzneien
    1833 Die homöopathische Diät und die Entwerfung eines vollständigen Krankheitsbildes
    1834 Die Homöopathie, ein Lehrbuch für das nichtärztliche Publikum
    1835 Repertorium der nicht antipsorischen Arzneien
    1836 Versuch über die Verwandtschaften der homöopathischen Arzneien
    1846 Therapeutisches Taschenbuch für homöopathische Ärzte
    1849 Kurze Belehrung für Nicht- Örzte über die Verhütung der Cholera
    1853 Die Körperseiten u. Verwandtschaften
    1853 Der homöopathische Hausarzt in kurzen therapeutischen Diagnosen
    1860 Die homöopathische Behandlung des Keuchhustens in seinen verschiedenen Formen
    1863 Die Aphorismen des Hippokrates, Nebst den Glossen eines Homöopathen
    1864 Versuch einer homöopathischen Therapie der Wechsel- u. anderen Fieber- 1. Teil: die Pyrexie

    Berichte von Hahnemann und Bönninghausen über die Zeit von 1832 bis 1834, als sich die Menschen begeistert der Homöopathie zuwandten:

    Samuel Hahnemann an Bönninghausen: „Lieber Herr Regierungsrat!
    Unter die Erquickungen meines Alters zähle ich mit Recht die Bekanntschaft mit Männern, die, wie Sie, in Amt und Ehren, also durch keine Nebenabsichten geleitet, einzig aus reiner Liebe zur Menschen beglückenden Wahrheit hingezogen, in der homöopathischen Heilkunst es so weit gebracht haben, daß sie Unglücklichen helfen und so zugleich Ärzte aller Art eines bessern überzeugen können.
    Unter dieser Zahl stehen Sie, lieber Herr Regierungsrat“ nächst meinem Freunde, dem Herrn Regierungsrat Freiherr von Gersdorff in Eisenach, oben an. Ich erstaune, mit welchem heißen Eifer Sie dieß edle aber nachdenkliche Geschäft betreiben. Ich freue mich, so würdige Männer durch meine Lehre erweckt zu haben, zur Rettung unserer Mitmenschen von Krankheiten – als kräftige Werkzeuge des allgütigen großen Geistes, welcher beschlossen zu haben scheint, den in neuen Zeiten bis zum bedauernswürdigsten Grade gestiegenen verderblichen Mißgriffen der Allöopathie nunmehr ein Ende zu machen und an ihrer Stelle hülfreiche Wahrheit ans Tageslicht zu bringen.
    Ich fühle mich glücklich, diese schöne Morgenöthe noch zu erleben, ehe ich mein mir hienieden aufgegebenes Tagewerk vollende…..
    Cöthen, den 20. Juny 1830“

    „….Sie scheinen uns von der Vorsehung geschenkt worden zu seyn, um die Felder in unsrer schönen Wissenschaft mit Glück und Energie zu kultiviren, wozu die meisten der übrigen Homöopathiker theils zu träge, theils zu stumpfsinnig, theils aber auch durch ihre äußeren Verhältnisse behindert sind.
    Am meisten setzt mich Ihr unermüdeter Eifer, sowie ihre Kunst in Verwunderung, wodurch Sie allöopathische Ärzte bekehren. Cöthen, 24. April 1831.“

    „Keiner meiner Schüler von Profession hat sich auch nur halb so große Verdienste um unsre schöne Kunst bisher erworben als Sie, wie vollends Ihre letzte Übersicht an den Tag legt. Wenn ich noch Einen oder den Andern ausnehme, so nutzen die Übrigen bloß, was erfunden ist, oder deraisonniren über diese oder jene Punkte, wo sie nicht gar ihre willkürlichen Abweichungen vom besten Wege als vorzüglicher denn alles Bisherige uns aufschwatzen wollen….. Cöthen, den 9. März 1833“

    „Ihr schönes Buch über die Wechselfieber, so viel ich jetzt schon sehe (denn ichc wollte Ihnen gern schnell antworten), ist klassisch; keiner meiner Schüler hat sich durch irgend eine Schrift auch nur halb so verdient um unsre Kunst gemacht, als Sie durch dieses Geschenk an die leidende Menschheit…. Cöthen, den 28. April 1833“

    Clemens von Bönninghausen an Samuel Hahnemann: „Münster, 4. Julius 1832.
    … Der Druck meines Repertoriums geht jetzt ziemlich mit raschen Schrittes vorwärts, und ich darf hoffen, dasselbe bis zum 10. August vollendet zu sehen. Der Verleger selbst hat angefangen, sich lebhaft dafür zu interessiren, nachdem er gesehen, welche ungeheure Menge von positiven Erfahrungen wir besitzen und durch die (von mir bewirkte) Heilung eines seiner Schreiber, der entschieden an Schwindsucht litt, die Richtigkeit unserer Methode faktisch erprobt ist. Überhaupt wird das Publikum immer mehr für die neue Heillehre eingenommen, besonders da ich so glücklich war, kurz vor meiner letzten Abreise noch ein Paar Heilungen (von bösartigen komplizirten Nervenfiebern) zu verrichten, wovon noch die ganze Stadt in allen Gesellschaften redet. – Merkwürdig ging es mir auf meiner letzten Reise im Herzogtum Westphalen, wo ich täglich nur kurze Strecken (von 2 bis 3 Meilen) abmachen konnte. Meine Anwesenheit an jedem Orte verbreitete sich jedesmal schnell, wie ein Lauffeuer, und wenn ich morgens aufstund, waren meistens zehn Patienten aus dem Orte meines gestrigen Nachtquartiers da, bei mir Hilfe zu suchen. Dies alles ist Folge vieler Heilungen, die mir dort überall gelungen sind und einer daher rührenden unverdienten Celebrität, im vorigen Winter, sehr vergrößert durch die schnelle Heilung des (an argem Keuchhusten und scrofuleuser Augenentzündung leidenden) Kindes eines angesehenen Beamten in Arnsberg, dessen zwei Schwäger die beiden ersten Ärzte (allöop. Zunft) daselbst sind und das Kind aufgegeben hatten. Der eine davon, den ich kürzlich daselbst sprach, ist bekehrt; aber es fehlt ihm noch an Muße, die Sache zu studiren….“

     

     

     

       

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