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    Samuel Hahnemann's Wurzeln und seine Herkunftsfamilie


    Hahnemann Geburtshaus Schild S
    Schon oft beschäftigte mich die Frage: "Aus welchem Holz muss ein Mensch in seiner Zeit gewachsen sein, um ein Heilsystem wie das der Homöopathik zu erschaffen?"
    Schauen wir uns die Umstände an, die die Herkunftsfamilie Hahnemann prägten.
    Ich lade Sie auf eine Zeitreise ins frühe 18. Jahrhundert nach Bad Lauchstedt ein.
    Das kleine verschlafene Städtchen in der Nähe von Halle im damaligen Preußen, nannte um 1710 eine Eisenmineralquelle und Badeanstalt sein Eigen.

    Als Kurort wurde die Stadt erst viel später bekannt. Da war die Familie Hahnemann schon in Meißen ansässig.
    Von 1707 bis 1733 gibt es im Kirchenbuche von Lauchstedt Einträge der Familie Hahnemann. Man nimmt an, dass die Hahnemanns im Ort Zuzügler waren und auch nicht wirklich sesshaft wurden.
    Der Großvater von Samuel Hahnemann, „Christoph Hahnemann, der Mahler“, hatte 7 Kinder. Die Hahnemanns gehörten offenbar zu den geachteten Einwohnern des Städtchens, denn ihre Taufpaten stammten ausnahmslos aus damals angesehenen Kreisen des höheren Beamten- und Kaufmannsstandes. Handwerker und Bauern waren nicht dabei. Daraus läßt sich schließen, daß die Hahnemanns denselben Kreisen entstammten.
    Vom Vater Samuel Hahnemanns, Christian Gottfried Hahnemann, erfahren wir im Kirchenbuch der Frauenkirche zu Meißen 1748, dass er als Maler in der Porzellanmanufaktur in Meißen angestellt war. Auch der Onkel Christian August war dem Rufe der damals noch jungen Porzellanfabrik als Kunstmaler nach Meißen gefolgt. Tüchtige Künstler wurden nach Meißen berufen, um das gefragte teure Porzellan für die Fürstenhöfe zu fertigen.

    Christian Gottfried Hahnemann ehelichte die einzige Tochter eines Ober-Regimentsquartiermeisters, Johanna Christiana Spieß und erwarb 1753 das schlichte Eckhaus Neumarkt/ Fleischsteg in der Meißner Vorstadt. Später musste das weißgetünchte Haus den modernen Verkehrsbedürfnissen weichen. An seiner Stelle steht noch heute ein typischer Steinbau des 19. Jahrhunderts mit der Inschrift auf einer Tafel zu Samuel Hahnemanns Geburtshaus sowie einer steinernen Büste des Meisters.

    Kurz vor Mitternacht des 10. April 1755 erblickte nun Samuel Hahnemann dort das Licht der Welt. Mit drei Kunstmalern in der Familie, Großvater, Vater und Onkel, wird Samuel in eine ungewöhnlich künstlerisch begabte Familie hineingeboren.

    Richard Haehl schreibt dazu: „Und da jede Betätigung mit der Kunst, im Gegensatz zu der in Handwerk, Ackerbau oder einem sonstigen Berufe, immer einen gewissen Trieb zu größerer Selbständigkeit und Ungebundenheit,
    zugleich aber auch zum Wirken für die breitere Öffentlichkeit und im Dienste der weiteren Allgemeinheit in sich birgt, darf jetzt schon auf diese Eigenart der Hahnemann hingewiesen werden.“

    Über die Kindheit und Jugend Samuel Hahnemanns sind nur Fragmente bekannt, wie seine Erziehung zur damaligen Zeit aussah. Vater und Mutter lehrten ihrem Sohn spielend lesen und schreiben.
    „Handeln und sein, ohne zu scheinen“ pflanzte der Vater in seinem Sohne fort. Seinem Beispiel folgend schreibt Samuel: „ Wo etwas Gutes zu thun war, da war er, oft unbemerkt, mit Leib und Seele. Sollt ich ihm nicht folgen?“ Der Vater gab ihm „die Richtung von innen“.
    Samuel besuchte zunächst die Meißner Stadtschule, von der er immer wieder jahrelang aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie abgemeldet wurde. Die Zeit des Siebenjährigen Krieges mit den Plünderungen in Sachsen hinterließ auch Spuren im wirtschaftlichen Leben der Stadt und Porzellanmanufaktur in Meißen.
    Es heißt, Samuels Vater habe, wenn er zur Arbeit in die Fabrik ging, seinen Sohn oft im Zimmer eingeschlossen, den Laden zugemacht und ihm einen schwierigen Satz zum Durchdenken gegeben.
    Nach der Rückkehr des Vaters habe er ihm Rechenschaft darüber erteilen müssen. Dies sollte dazu beitragen, den Sohn zum Selbstdenker zu erziehen. 

    Die Lehrer baten den Vater öfter, auch ohne Schulgeld seinen Sohn zur Schule zu schicken.
    Der Vater schrieb später an den „Durchlauchtigsten Churfürsten“ um Aufnahme seines Sohnes in die Fürstenschule in Meißen. Rektor Magister Müller behandelte den Jungen wie sein Eigen und gestattete ihm Freiheiten im Lernen, welche sichtbaren Einfluss
    auf seine folgenden Studien haben sollten. Bereits im 12. Lebensjahre unterrichtete Samuel anderen Schülern die griechische Sprache.

    Meißen heuteIn seiner Selbstbiographie schreibt Samuel: „Mir allein (ich war oft übertriebenen Studierens wegen kränklich), mir allein war es verstattet, die mir nicht zweckmäßig erscheinenden Stunden gar nicht zu besuchen…..“ Oft wurde er den Mitschülern vorgezogen und hatte Privilegien. Dennoch liebten ihn seine Mitschüler alle.
    Samuel weiter: „All dieses im Zusammenhange will auf einer sächsischen Fürstenschule viel sagen. Hier ließ ich mir angelegen sein, weniger zu lesen, als das gelesene zu verdauen, wenig, aber recht zu lesen, und in meinem Kopfe vorher in Ordnung zu bringen, eh ich weiter las.“
    1813 schrieb Samuel Hahnemann in einem Brief: "Geistesanstrengung und Studieren ist an sich eine der unnatürlichsten Beschäftigungen für junge Personen, deren Körper noch nicht völlig ausgebildet ist, vorzüglich die mit feinem Gefühl begabten. Dies hätte mir selbst beinahe das Leben gekostet in meinem 15.-20. Jahre“

    Text und Fotos von HP Regine Dehn

    Quelle: Richard Haehl „Samuel Hahnemann- Sein Leben und Schaffen“ Band I und II, Neuauflage der Ausgabe von 1922, SEVERUS Verlag 2014
    Fotos: Gedenktafel - Geburtshaus - Hahnemann Büste - Fürstenschule Sankt Afra - Meißen heute  © Regine Dehn

       

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